
Die EU hat das Recht für Verpackungen neu geordnet. Sein Kern ist die Verordnung (EU) 2025/40 über Verpackungen und Verpackungsabfälle. Sie setzt gemeinsame Regeln für fast alle Verpackungen in der EU.
Der englische Name lautet Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR). Häufig liest man auch packaging and packaging waste. Ebenfalls gebräuchlich ist packaging waste regulation ppwr.
Die Regeln sollen Abfall vermeiden und die Wiederverwendung fördern. Auch das Recycling soll einfacher werden. Firmen brauchen dafür klare Daten zu Produkten, Verpackungen, Lieferanten und Nachweisen.
Die Verordnung ist am 11. Februar 2025 in Kraft getreten. Seit dem Stichtag 12 August 2026 gilt sie grundsätzlich in allen EU-Staaten. Sie ersetzt die frühere Richtlinie 94/62/EG.
Nicht alle Vorgaben starten zur gleichen Zeit. Einheitliche Kennzeichnungen folgen ab 2028. Wichtige Regeln zu Rezyklat, Leerraum und Wiederverwendung greifen ab 2030.
Ab 2030 gelten zudem neue Vorgaben für die Recyclingfähigkeit von Verpackungen. Schon jetzt greifen Grenzwerte für PFAS in Verpackungen mit Lebensmittelkontakt. Der Überblick der Europäischen Kommission zeigt die wichtigsten Termine.
Die EU Kommission legt noch weitere Details fest. Firmen brauchen daher einen Prozess, den sie leicht an neue Regeln anpassen können.
Die EU Verpackungsverordnung gilt für fast jede Art von Verpackung. Das Material spielt dabei keine Rolle. Erfasst sind etwa Kunststoff, Papier, Pappe, Glas, Metall und Holz.
Die Regeln betreffen Verpackungen aus Haushalt, Handel und Industrie. Sie gelten für viele Akteure entlang der Lieferkette:
Erzeuger und Hersteller haben unterschiedliche Aufgaben. Die europäische Verpackungsverordnung PPWR trennt beide Rollen klar.
Der Erzeuger („manufacturer“) ist für die Verpackung selbst zuständig. Er verantwortet ihre Gestaltung und Konformität. Dazu zählen technische Unterlagen und die EU-Konformitätserklärung.
Der Hersteller („producer“) trägt im jeweiligen EU-Staat die erweiterte Herstellerverantwortung. Er finanziert dort die Sammlung und Verwertung der Abfälle. Eine Firma kann beide Rollen haben.
Auch bei kleinen gewerblichen Mengen gibt es keine pauschale Ausnahme. Die Zentrale Stelle Verpackungsregister erklärt die Rollen für Deutschland.
Bevor Verpackungen in Verkehr gebracht werden, muss eine Firma ihre Rolle klären. Danach prüft sie die Vorgaben für Produkt, Markt und Verpackungsart.
Zu den wichtigsten Aufgaben gehören:
Die Inhalte der technischen Dokumentation müssen die Bewertung stützen. Für Einwegverpackungen gilt eine Frist von fünf Jahren. Bei Mehrwegverpackungen sind es zehn Jahre. Das steht im Verordnungstext auf EUR-Lex.
Ändert sich ein Material oder Lieferant, kann eine neue Prüfung nötig sein. Das gilt auch für Änderungen am Aufbau der Verpackung.
In der Regel muss sich der Hersteller registrieren. Das gilt, wenn er Verpackungen oder verpackte Produkte erstmals in einem EU-Staat bereitstellt. Eine Pflicht kann auch beim Auspacken entstehen, sofern der Hersteller kein Endabnehmer ist.
Die Anmeldung erfolgt im Register des jeweiligen EU-Staates. Wer mehrere Märkte bedient, muss jedes Land einzeln prüfen. Für Anbieter ohne lokale Niederlassung gelten zusätzliche Regeln.
In Deutschland ist LUCID das zuständige Register. Die Anmeldung ist kostenlos. Bereits registrierte Firmen müssen sich nicht neu anmelden. Sie sollten jedoch ihre Marken, Verpackungsarten und Stammdaten prüfen.
Am 12. August 2026 lösten die PPWR und das deutsche Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz das bisherige Verpackungsgesetz ab. Seitdem gelten teils neue Rollen und Pflichten.
Hersteller systembeteiligungspflichtiger Verkaufs-, Um- und Versandverpackungen müssen ihre Mengen melden. Die Meldung geht an das gewählte duale System und an LUCID.
Wer leere Verpackungen oder verpackte Produkte erstmals in Deutschland bereitstellt, muss vorher registriert sein. Weitere Pflichten hängen von Verpackungsart und Vertriebsweg ab. Die offizielle LUCID-Anleitung gibt einen aktuellen Überblick.
Ein guter Start umfasst fünf Schritte:
Gemeinsame Bauteile brauchen besondere Aufmerksamkeit. Ändert ein Lieferant eine Flasche, Folie oder Kappe, sind oft viele Produkte betroffen. Dann müssen Firmen alle zugehörigen Prüfungen schnell finden.
Große Sortimente lassen sich kaum mit E-Mails und einzelnen Tabellen steuern. Daten fehlen, Dateien veralten und Aufgaben bleiben liegen.
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Erfassen Sie Produkte, Verpackungen und Bauteile. Verknüpfen Sie diese mit Materialien, Lieferanten, Belegen und Bewertungen. So sehen Sie sofort, welche Produkte von einer Änderung betroffen sind.
Lieferanten können ihre Daten über ein eigenes Portal einreichen. Fehlende Angaben lösen automatisch eine Aufgabe aus. Erinnerungen weisen auf offene Antworten und ablaufende Nachweise hin.
Ein Dashboard zeigt den aktuellen Stand. Teams sehen konforme Fälle, fehlende Belege und nötige Korrekturen. Auch Freigaben und Änderungen bleiben klar dokumentiert.
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Hinweis: Dieser Überblick ersetzt keine Rechtsberatung.

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